Wissenswertes über die Marktgemeinde Sillian | | Wappen und Name |  Das Gemeindewappen wurde dem Markt Sillian 1682 verliehen und zeigt auf rotem Grund zwei mit goldenen Ringen verbundene Zugstränge oder Siele. Damit ist der Name Sillian angedeutet. Das Wappenbild deutet auf die ehemals blühende Viehwirtschaft und das Fuhrwerksgewerbe hin. Ob der Name Sillian vom Villgratenbach stammt, der um 1140 als Sill oder Siligan aufscheint, wird zwar angenommen, bleibt aber unsicher. Lt. Dr. Egon Kühebacher bedeutet Sill soviel wie "Bachschutt".
| | | | Geschichte von Sillian | | Die Kulturlandschaft des oberen Pustertales wurde geprägt von den eingewanderten ROMANEN, den SLAWEN, die im 6. Jhdt. ins obere Drautal vordrangen, und den im8. Jahrhundert nachrückenden BAJUWARISCHEN SIEDLER. Die Siedlung Sillian entwickelte sich etwa um die Zeit der Gründung des Benediktinerklosters Innichen. 769 übertrug der Bayernherzog Tassilo III. an Abt Atto, den späteren Bischof von Freising, einen Grundbesitz im Pustertal zur Gründung eines Benediktinerklosters, um von dort aus die Slawen zu missionieren. Die älteste urkundliche Erwähnung Sillians findet sich um das Jahr 1000 und zwar als SILANO (..loco SILANO iacente..). Es handelt sich dabei um einen Vertrag, den Bischof Albuin von Brixen mit Urso, Frouwin und Azamann über einen Ackerzins abschließt. Im Jahre 1313 scheint Sillian urkundlich als "Dorf" auf. Unter den Görzer Grafen, die ab 1253 Vögte des Stiftes Innichen waren, wurde der freisingische Besitz in 3 Teile aufgegliedert: das Landgericht Welsberg, die Hofmark Innichen und das Landgericht Heinfels. Laut dem Urbar von 1433 war der älteste Sitz des Richters von Heinfels der Ort Sillian. Die Richter zu Sillian waren durchwegs Pfleger des Schlosses Heinfels. Die Gerichtstage fanden regelmäßig " im Dorff ze Sylian pey der Lynd "(1318) auf dem Kirchplatz statt. Dort stand eine Linde, die einen Umfang von 15 m hatte, 500 Jahre alt geworden und 1836 einem Sturm zum Opfer gefallen sein soll. An das mittelalterliche Gerichtswesen erinnert noch die Prangersäule auf dem Marktplatz. Nach dem Aussterben der Görzer Grafen (1500) fiel das Gericht Heinfels an die Habsburger. Kaiser Maximilian verpfändete es an das Hochstift Brixen. Ab 1612 erhielt Engelbert Dietrich von Wolkenstein-Trostburg das Pfandrecht und von 1629 bis 1783 hatte es das Haller Damenstift. 1797 wurde das Gericht von Heinfels in den Markt Sillian verlegt. In den sich ständig wechselnden politischen Verhältnissen im 19. Jhdt. änderten sich auch die Kompetenzen des Gerichtes Sillian. Nach der Grenzziehung 1919 wurde es aufgelassen, blieb aber bis 1967 eine Expositur des Bezirksgerichtes Lienz. Schon um 1400 war Sillian eine Warenniederlagestätte für durchziehende Kaufmannsfuhrwerke. Mit dem steigenden Durchzugsverkehr war ein Aufblühen von Lohnfuhrwerk und Gastgewerbe verbunden. Im Jahre 1469 verlieh Graf Leonhard von Görz Sillian das Marktrecht : " imerstäten unwiderruflichen und ewigen freyen jarmarkt zu halten". Jahrmarkt war immer am 3. Mai (Kreuzauffindungfest), Wochenmarkt jeden Dienstag. Mit dem Tod des letzten Görzer Grafen 1500 wurde der " Römische Kunig" Maximilian I. neuer Landesherr über die Görzischen Gebiete. Er bestätigte 1508 die alten Freiheiten, Privilegien und " guet gepräuch " für Sillian. In der Steuerbeschreibung von 1697 und 1775 werden als Steuergemeinden der Markt Sillian, der Berg ob Sillian, Arnbach und Oberarnbach genannt. 1939 wurden diese zur Marktgemeinde Sillian zusammengeschlossen. Von 1939 bis 1949 gehörte auch Panzendorf dazu. Im 1. Weltkrieg wurde Sillian von der italienischen Kreuzbergstellung aus beschossen. Eine Chronik berichtet von 777 Granaten (28 cm Kaliber). Ein Wohnhaus wurde zerstört, zwei Personen wurden getötet. Gericht, Gemeinde, Pfarramt und ein Teil der Bevölkerung übersiedelten nach Arnbach. Im Hotel Bad Weitlanbrunn wurde ein Militärlazarett eingerichtet. Die Toten wurden auf dem in Arnbach errichteten Kriegerfriedhof bestattet. Die Kriegsbildhauerin Lora v. Zamboni gestaltete 1917 ein Marmordenkmal zu Ehren der Sillianer Standschützen, das am Marktplatz aufgestellt ist und die Erstürmung der Forame am 5. Sept. 1916 unter Hptm. Vinzenz Goller darstellt. Im 2. Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude beschädigt, das Jesacher Futterhaus in Arnbach zerstört und die 2 Höfe des Weilers Asthof in Brand gesteckt. Quelle: Bezirkskunde Osttirol (siehe: Impressum) Geographisches Kirchliches Luftaufnahme zum Seitenanfang  |
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